Mariannes Heimatmuseum

Quelle: HNA-Bericht aus 2003

Die 50er Jahre auf dem Speicher

SCHEDEN. Dort, wo noch vor ein paar Jahren eine alte Schrotmühle ratterte und  sich das Getreide türmte, steht heute ein 50er-Jahre-Sessel, daneben ein für die damalige Zeit typisches Nierentischchen.

An dem geöffneten Holzsprossenfenster, das einst in der Schedener Schule  eingebaut war, weht Schedener Landluft in die Räume  hinein. Der Blick füllt hinaus auf die  Obstwiese und in den Nutzgarten, wo akkurat Zwiebeln, Dill, Kartoffeln  und Kürbisse in Reih und Glied wachsen.

Wer den neu eingerichteten Teil von Mariannes Heimatmuseum auf dem Speicher der Hofscheune der Familie Beuermann betritt, wähnt sich 50 Jahre  zurück versetzt. An der Wand steht eine Musikkommode aus eben jener Zeit, auf dem Tisch liegen Landkarten aus der  Nachkriegszeit, in der Ecke ein Waschtisch, den eine Kaffeemütze und  Elektrogerät von anno dazumal ziert. “Wir  haben diese Sachen nicht mehr im anderen Teil des  Museums unterbekommen, deshalb haben wir diesen Raum hier ausgebaut”,  sagt Marianne Beuermann.

Während im anderen Teil des im Juli 2000 eröffneten Museums Hunderte regionaler Exponate aus dem 18. und 19. Jahrhundert bis zum Zweiten  Weltkrieg ausgestellt sind, hat sie im neuen Teil  den jüngeren Stücken einen Raum gegeben.

Die hat sie zum Teil aus eigenen Beständen, etliche Exponate hat sie aber  auch von Freunden und teilweise fremden Museumsbesuchern bekommen.

Kinder und Jugendliche, die Beuermann durch das Museum führt, sind ebenso  begeistert wie die anderen Gruppen, etwa Landfrauen, Wandervereine,  Studenten und Kegler. “Bei uns dürfen die Besucher  nicht nur schauen, sondern auch alles anfassen, auf dem Chaiselongue  probeliegen und in den alten Büchern stöbern”, sagt Beuermann.

Sie selbst liefert den praktischen Beweis dafür: Am Schreibtisch, der  sicherlich Älter als 50 Jahre ist, aber in den 50er Jahren in vielen  Bauernhofbüros zu finden war, arbeitet Marianne  Beuermann in ihrer Funktion als Schedens Ortsheimatpflegerin. Dann  stöbert sie in Schriften über Johann Joachim Quantz, in den alten  Unterlagen aus dem Stanzwerk Oberscheden oder  widmet sich einer ihrer Lieblingsbeschäftigung und  betrachtet alte Fotografien.

Die sind auch ein weiterer Grund dafür, weshalb etliche Schedener in  Mariannes Heimatstube vorbeischauen: Auf alten Konfirmations-, Klassen-  und Kirmesfoto findet sich manch einer als Kind  wieder.
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Mariannes Heimatmuseum ist nach telefonischer Absprache (Tel.: 05546/688) zu besichtigen.

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